Grundstueck.net:

Grundstücksfinanzierung für Privatpersonen:
Die wichtigsten Finanzierungsformen

Private Grundstücksfinanzierung: Alles rund um die Finanzierungsformen
Bei der Grundstücksfinanzierung handelt es sich um eine Finanzierungsart, deren Verwendungszweck schon begrifflich bestimmt und somit nur mit einem Kauf von Grundstücken verbunden ist. Die Art des Grundstückes ist dabei nicht festgelegt. Jedoch hinsichtlich einer gewährleisteten Kreditsumme ist es wichtig, ob es sich um ein Bau- oder Wiesengrundstück handelt. Denn die Grundstücksart, eine eventuelle Bebauung sowie die Lage bestimmen zu einem Großteil den Grundstückswert. Diesen ermittelt ein Kreditdienstleister mithilfe eigens beauftragter Spezialisten zur Grundstücksbewertung und nimmt ihn als Finanzierungsgrundlage. Dabei möchte er ausschließen, eine für ihn risikoreiche Finanzierung über den eigentlichen Grundstückswert zu leisten.


Der Grundstückskauf - wichtige Punkte

Bevor die Frage der Grundstücksfinanzierung steht, sind viele Aspekte beim Grundstückskauf beispielsweise hinsichtlich der rechtlichen Sachverhalte zu beachten. Nachdem das Wunschgrundstück gefunden ist, sollte eine harte Verkaufsverhandlung erfolgen. Denn Grundstückspreise kommen in der Regel auf Verhandlungsbasis zustande. Dabei sollten von zukünftigen Käufern unbedingt wertmindernde Punkte, wie mögliche Störfaktoren und Baugrundprobleme, für eine Reduzierung des Kaufpreises eingebracht werden. Vor der Unterschrift des notariellen Kaufvertrages ist dieser, gegebenenfalls durch einen persönlich beauftragten Anwalt, zu prüfen. Der Kaufpreis sollte erst nach dem Eintrag der sogenannten Auflassungsvormerkung im Grundbuch gezahlt werden. Denn diese sichert die Rechte des Käufers am Grundstück zu. Auch ein Rücktrittsrecht vom Kauf sollte besonders für die folgenden Situationen vereinbart werden:

- Ablehnung von Anträgen auf Fördermittel
- Verweigerung einer Baugenehmigung bei Bauvorhaben
- Scheitern der Grundstücksfinanzierung

Arten der Kredite zur Grundstücksfinanzierung
In der Regel kommen für Grundstücksfinanzierungen sogenannte Grundpfandkredite zum Einsatz. Diese Kredite werden sowohl für bebaute Grundstücke (mit Immobilien) als auch für unbebaute Grundstücke verwendet. Bei Grundpfandkrediten können Banken das Grundstück vermieten oder veräußern, wenn die Rückzahlung des vereinbarten Kredites nicht vertragsgemäß durch den Kreditnehmer erfolgt. Diese Art der Kredite wird überwiegend für langfristige Finanzierungen verwendet. Die sogenannte "dingliche Sicherheit" bzw. das Grundpfandrecht wird als "Belastung" des Grundstückes im Grundbuch (Abteilung III) eingetragen.

Neben der Wahl der Kreditform nach Sicherheiten wird auch hinsichtlich der Tilgungsart zwischen Fest-, Annuitäten- und Abzahlungsdarlehen unterschieden. Diese Arten der Kredite beziehen sich somit auf die Art der Rückzahlung. Während bei einem Festdarlehen die Zinsen regelmäßig bezahlt und die Darlehenssumme am Laufzeitende getilgt werden, bezahlt man bei einem Abzahlungsdarlehen gleichbleibende Tilgungsraten. Dabei nimmt der Zins jährlich aufgrund der immer geringeren Restschuld ab und die Ratenzahlungsbeträge ändern sich stetig. Im Annuitätendarlehen werden diese geringeren Rechtsschuldzinsen mit einer Erhöhung der Tilgungsrate ausgeglichen, sodass sich gleichbleibende Ratenzahlungsbeträge ergeben. Diese bestehen sowohl aus einem Zins- als auch aus einem Tilgungsanteil. Die Form des Annuitätendarlehens wird in der Regel für Grundstücksfinanzierungen und Immobilien Kredite verwendet.

Die Höhe der Zinsen und die Konditionen, die die jeweiligen Kreditgeber gewähren, sind insbesondere von folgenden Punkten abhängig:
- aktuelle marktabhängige Lage der Bauzinsen
- Länge der gewünschten Zinsfestsetzung
- Kundenbonität
- Rang der Grundschuldbelastung im Grundbuch (Je höher, umso besser. In der Regel werden nur erst- und zweitrangige Kredite für Grundstücksfinanzierungen und Immobilienkredite vergeben.)
- Vorhandensein eines Bausparvertrages, der vergleichsweise günstige Zinsen für die spätere Aufnahme eines Grundstücks- und Baukredits festlegt
- Eigenkapitalquote
- Inanspruchnahme von Fördermitteln und Förderkrediten

Für Anschlussfinanzierungen gelten diese Aspekte ebenfalls. Insbesondere bei absehbaren Zinserhöhungen sollte möglichst schon früh mit Kreditgebern über die Konditionen notwendiger Anschlussfinanzierungen verhandelt werden.


Tipp: Auf ForwardDarlehen-Vergleich.de gibt es die Möglichkeit die Angebote und Finanzierungsformen für eine  Immobilienfinanzierung im Vergleich durchleuchten zu lassen. Das kann helfen die passende Finanzierungsform, sowie den optimalen Finanzierungspartner, für den Kauf des Grundstücks und die Realisierung der Immobilie zu finden.


Finanzierungspartner zur Grundstücksfinanzierung
Kredite für Grundstücke und Baugrund bieten unterschiedliche Finanzdienstleister an. Zu ihnen gehören unter anderem:
- öffentliche und private Hypothekenbanken (Realkreditinstitute), deren Hauptaufgabe in der Gewährung langfristiger Kredite als grundschuldgesicherte Darlehen besteht
- spezialisierte Finanzierungsangebote von Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit verhältnismäßig kurzen Zinsbindungen häufig unter der Verwendung von Refinanzierungsmitteln, wie Spareinlagen
- Privat- und Großbanken mit speziellen Finanzierungsprodukten, die sich auf die Gesamtbaufinanzierung konzentrieren
- Bausparkassen, bei denen ein Bausparguthaben als Refinanzierungsinstrument fungiert

Die Wahl des Kreditgebers sollte gut überlegt sein, da diese sich langfristig auf die finanzielle Situation eines Kreditnehmers für eine Bau- und Grundstücksfinanzierung auswirkt.

Die zumeist genutzten Standardverträge der Banken und Finanzdienstleister sollten unbedingt Punkt für Punkt geprüft und den individuellen Gegebenheiten angepasst werden. Der Abschluss von Restschuldversicherungen, Risikolebensversicherung oder die Abtretung einer Lebensversicherung gehören ebenfalls dazu. Bei der Vereinbarung einer Anschlussfinanzierung sollte die Prüfung ebenfalls gründlich erfolgen.


Hilfe bei Problemen nach einer festgelegten Grundstücksfinanzierung
Falls die gewählte Finanzierungsform im Nachhinein nicht mehr tragbar ist, gibt es sehr oft die Möglichkeit mit den Kreditgeber in Verhandlung zu gehen und einvernehmliche Lösungen zu finden. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, bleibt oftmals nur, vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung, der Weg zu einem Schiedsgutachter. Dieser kann zumeist zu einer Klärung der Sachlage beitragen, umsetzbare Lösungswege aufzeigen und zu einer Einigung zwischen Kreditgeber und -nehmer führen.